Vertrauen gehört zu den tragenden Säulen einer Beziehung. Durch gegenseitiges Vertrauen entsteht ein tiefes Gefühl von emotionaler Sicherheit, Akzeptanz und Verbindlichkeit zwischen zwei Menschen. Vertrauen ist die Voraussetzung dafür, sich bewusst und entspannt aufeinander einzulassen und in eine tiefere Verbindung zu gelangen – und sie gibt Motivation, auch schwierige Zeiten miteinander zu meistern.

Sicherlich hast du auch schon mal einen Vertrauensbruch erlebt durch einen Menschen, der dir am Herzen liegt – sei es in einer Partnerschaft, in einer Freundschaft oder in anderen nahen Verbindungen. Dabei muss es nicht immer der große Verrat sein, es können auch die vermeintlich kleinen Dinge sein, die uns verletzen – wie eine vorenthaltende Information, ein nicht eingehaltenes Versprechen oder fehlende Unterstützung, wenn wir sie am meisten brauchen. Die Botschaft dahinter ist, dass du dich nicht vollständig auf dein Gegenüber verlassen kannst.

Hast du in der Vergangenheit Enttäuschungen und Verletzungen in Beziehungen erlebt, steigt die Angst, einen Menschen erneut an dein Inneres heranzulassen. Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus, um nicht noch einmal diesen Schmerz aushalten zu müssen. Irgendwann ist es allerdings an der Zeit, den Schutzmechanismus wieder herunterzufahren. Tust du das nicht, kannst du kein Vertrauen aufbauen – Sicherheit, Nähe und Geborgenheit sind dann Fremdworte in deiner Beziehung.

Warum fällt es dir schwer zu vertrauen?

Fehlt das Vertrauen in der Beziehung, kannst du dir die Frage stellen, welchen Grund es dafür gibt. Hat dich dein Partner in der aktuellen Beziehung enttäuscht? Oder sind es Altlasten, die du mit dir rumträgst – vielleicht aus einer vergangenen Partnerschaft oder frühe Erfahrungen, die du in deiner Kindheit gemacht hast? Bei deinen Überlegungen was hinter dem Misstrauen steckt und wie du Vertrauen aufbauen kannst, können dir folgende Fragen helfen:

  • Warum kann ich nicht vertrauen?
  • Möchte ich überhaupt vollkommen vertrauen können?
  • Was kann ich selbst ändern, um Vertrauen herzustellen?
  • Wie kann ich meinen Partner unterstützen, mir Vertrauen zu schenken?
  • Wer kann mir dabei helfen, mehr Vertrauen aufzubauen? Freunde? Eine neutrale Person, die ein Profi auf diesem Gebiet ist?

Vertrauen hat auch sehr viel mit deinem Selbstvertrauen zu tun. Fehlt dir ein gewisses Maß an Selbstvertrauen und Selbstliebe, dann wirst du deinem Partner auch nicht vollständig vertrauen können und du wirst dich immer wieder in negative Gedanken verstricken.

Die Bindungstheorie besagt, dass es sichere Bindungen und unsichere Bindungen gibt („Bindung“ kann hier auch mit dem Wort „Beziehung“ ausgetauscht werden). Wenn du dich in deiner Beziehung sicher fühlst, empfindst du ein tieferes Vertrauen und machst dir nicht so viele Sorgen darüber, was dein Gegenüber für dich empfindet. Du weißt, dass du dich auf deinem Partner verlassen kannst und ihr gemeinsam zukünftige Herausforderungen bewältigen könnt. Unsichere Bindungen (Beziehungen) äußern sich in vermeidenden oder ängstlichen Kontakt.

Wie kannst du Vertrauen (wieder)aufbauen?

Vertrauen wird in den kleinen Momenten des täglichen Lebens aufgebaut, nicht mit großen Gesten zweimal im Jahr. Bei jeder Interaktion hast du die Möglichkeit, dich neu zu entscheiden, ob du dich deinem Gegenüber liebevoll zuwendest oder abwendest.

Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind zwei Aspekte, die beim Aufbau von Vertrauen eine wesentliche Rolle spielen – indem du dir die Gefühle des Partners bewusst machst und dich mit echter Neugier darauf einlässt. Dazu gehört, dass du deinem Gegenüber empathisch zuhörst, ihn verstehst und gleichzeitig Raum für widersprüchliche Sichtweisen schaffst.

Was kannst du konkret tun, um das Vertrauen in der deiner Beziehung zu stärken?

  1. Offenheit und Ehrlichkeit
    Neben dem Vertrauen gehören Offenheit und Ehrlichkeit zu den wichtigsten Säulen einer erfüllenden Beziehung. Nehmt euch die Zeit füreinander, um offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Dem Partner etwas vorzumachen oder ihn anzulügen, funktioniert meistens nur kurzfristig, wenn überhaupt. Wenn euch etwas belastet, sprecht es an. Es ist wichtig, dass ihr eure Bedürfnisse und Wünsche in Worte fassen könnt und auch die des Partners kennt. Nur so könnt ihr euch wirklich in euren Bedürfnissen sehen, hören und spüren – das lässt euer Vertrauen zueinander wachsen.
  2. Gefühle zeigen und aussprechen
    Vielleicht hast du in deiner Kindheit gelernt, Gefühle zu unterdrücken. Wut und Traurigkeit gelten in unserer Gesellschaft nicht unbedingt zu den „beliebten“ Emotionen – deshalb lernen wir meist schon früh, diese nicht zu zeigen. Das haben wir konditioniert, bis wir plötzlich irgendwann explodieren und die Emotionen wie ein Vulkan aus uns herausbrechen.
    Versuche deinen Ärger direkt auszudrücken, wenn dich das Verhalten deines Partners verletzt hat oder dich wütend macht. Fasse deine Gefühle in Worte und beziehe dabei deine Körperempfindungen ein. Ärger auszudrücken, bedeutet nicht dein Gegenüber anzuschreien oder mit verletzenden Worten zu beleidigen – sondern kann mit einer klaren und wertschätzenden Haltung ausgedrückt werden.
  3. Gemeinsame und alleinige Aktivitäten
    Gemeinsame Interessen und Aktivitäten sind in einer Beziehung wichtig. Sie bringen euch näher zusammen und lassen gemeinsame Erinnerungen entstehen. Sucht euch Aktivitäten, die euch beide Spaß machen und eure Beziehung bereichern.
    Genauso wichtig wie die Gemeinsamkeiten, sind jedoch auch eure individuellen Interessen. Unternehmt daher auch regelmäßig allein etwas oder mit eurem jeweiligen Freundeskreis. Das stärkt das Selbstvertrauen und gibt dem Partner Freiraum.
  4. Keine Versprechen, die du nicht halten kannst
    Zuverlässigkeit ist in Beziehungen eng mit Vertrauen verknüpft. Wenn du deinem Partner immer wieder Versprechungen machst, die du nicht halten kannst, wird dein Partner nach und nach das Vertrauen verlieren. Damit ihr Sicherheit und Vertrauen in der Partnerschaft erfahren könnt, ist es wichtig zu wissen, dass ihr euch aufeinander verlassen könnt.
  5. Loslassen der Vergangenheit
    Fällt es dir schwer Vertrauen aufzubauen, weil du in einer früheren Beziehung verletzt wurdest, dann ist es wichtig, dir bewusst zu machen, dass dein aktueller Partner nichts damit zu tun hat. Vielleicht ist es aber auch dein aktueller Partner von dem du enttäuscht wurdest – auch in diesem Fall kannst du dir bewusst machen, dass die Situation in der Vergangenheit liegt und sich nicht in der Gegenwart wiederholen muss. Das ist natürlich nicht immer so einfach, aber wenn ihr eurer Beziehung eine neue Chance geben wollt, dann musst du versuchen, die Vergangenheit loszulassen.
  6. Zeit geben
    Verletzungen und Enttäuschungen können tief sitzen und lassen sich oft nicht so einfach wegreden oder wegdenken. Vertrauen (wieder) aufzubauen, kann ein durchaus langer Prozess sein. Seid daher geduldig und setze dich und deinen Partner nicht unter Druck. Gebt euch die Zeit, die ihr braucht. Seid offen und fair miteinander und bleibt im liebevollen, empathischen Austausch.

Verletzungen können manchmal sehr tief sitzen – sie sind im Körper abgespeichert. Wenn wir gleichzeitig mit deinem Geist UND mit deinem Körper arbeiten, hast du die Möglichkeit diese Verletzungen tiefgehend zu heilen.

Wenn du Hilfe oder Unterstützung auf deinem Weg zu einer vertrauensvollen Beziehung suchst, nimm gerne Kontakt mit mir auf.