Sexualität

Sexualität ist Teil deiner Beziehung zu dir selbst, deinem Körper und zu anderen – und ein Ausdruck von Lebendigkeit und Verbindung.

„Nichts ist im Bewusstsein,
das sich nicht zuerst durch die Sinne äußert.“

Thomas von Aquin

Sexualität kann lustvoll, lebendig und verbindend sein. Sie kann aber auch mit Unsicherheit, Druck, Scham oder dem Gefühl verbunden sein, dass der eigene Körper nicht so reagiert, wie du es dir wünschst.

Viele Menschen kennen Phasen, in denen Lust ausbleibt, Erregung schwer zugänglich ist, Nähe anstrengend wird oder Sex mehr nach Funktionieren als nach wirklichem Erleben aussieht. Manchmal gibt es dafür einen klaren Anlass. Manchmal bleibt zunächst unverständlich, warum sich etwas schwierig anfühlt.

Sexualität ist nichts Festgelegtes. Sie entwickelt sich mit unseren Erfahrungen, unserem Körper und dem, was wir über uns selbst gelernt haben – und kann sich auch wieder verändern. In meiner Praxis für Sexualtherapie in Wien geht es nicht darum, einer bestimmten Vorstellung von Sexualität zu entsprechen, sondern darum, was sich für dich stimmig, selbstbestimmt und lebendig anfühlt.

Du kannst deine Sexualität so gestalten, wie du es dir wünschst – denn erfüllender Sex ist lernbar.

Vielleicht erkennst du dich hier wieder

  • Vaginismus, Dyspareunie oder Schmerzen beim Sex
    Penetration ist schmerzhaft, schwierig oder nicht möglich. Vielleicht betrifft das auch gynäkologische Untersuchungen oder das Einführen eines Tampons.

  • Erektionsstörungen oder erektile Dysfunktion
    Eine Erektion entsteht nicht, bleibt nicht bestehen oder ist stark von Druck und Anspannung begleitet.

  • Vorzeitiger Samenerguss oder andere Schwierigkeiten mit der Ejakulation
    Der Samenerguss erfolgt früher als gewünscht, lässt sich schwer beeinflussen, tritt stark verzögert oder gar nicht ein.

  • Orgasmusschwierigkeiten
    Es fällt dir schwer, einen Orgasmus zu erreichen, du erlebst ihn wenig intensiv oder fühlst dich dabei kaum mit deiner Lust verbunden.

  • Wenig sexuelle Lust oder verminderte Libido
    Sexuelles Verlangen ist kaum spürbar, bleibt über längere Zeit aus oder unterscheidet sich deutlich von der Lust deines Partners oder deiner Partnerin.

  • Unbehagen bei Berührung und körperlicher Nähe
    Berührungen lösen Anspannung, Rückzug oder Druck aus, obwohl du dir Nähe vielleicht grundsätzlich wünschst.

  • Folgen belastender oder traumatischer sexueller Erfahrungen
    Nach einem belastenden sexuellen Erlebnis oder sexualisierter Gewalt fällt es dir schwer, dich sicher zu fühlen, im Körper präsent zu bleiben oder dich beim Sex einzulassen.

  • Unsicherheit bei Bedürfnissen, Grenzen und Konsens
    Es fällt dir schwer wahrzunehmen oder auszudrücken, was du möchtest, was du nicht möchtest und wo deine persönlichen Grenzen liegen.

  • Sex fühlt sich mechanisch an oder du hast das Gefühl, funktionieren zu müssen
    Du bist beim Sex wenig mit deinem Körper und deiner Lust verbunden, stehst unter Leistungsdruck oder hast das Gefühl, eine bestimmte Erwartung erfüllen zu müssen.

  • Veränderungen in unterschiedlichen Lebensphasen
    Geburt, Elternschaft, Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Wechseljahre oder das Älterwerden wirken sich auf dein sexuelles Erleben aus.

  • Belastende Fantasien, Wünsche oder sexuelle Vorlieben
    Bestimmte Fantasien oder Bedürfnisse lösen Scham, Unsicherheit oder innere Konflikte aus.

  • Zwanghaftes sexuelles Verhalten, Sexsucht oder Pornosucht
    Sexualität oder Pornografie nimmt mehr Raum ein, als du möchtest, und lässt sich nur schwer steuern.

Was unser sexuelles Erleben beeinflusst

Sexuelle Reaktionen lassen sich nicht einfach willentlich steuern. Deshalb geht es nicht nur darum, ob etwas „funktioniert“, sondern auch darum, zu verstehen, was dein sexuelles Erleben unterstützt oder hemmt.

Wie wir denken, fühlen und wahrnehmen, zeigt sich auch in unserem Körper. Gleichzeitig beeinflussen Atmung, Bewegung und Muskelspannung, wie wir uns selbst und unsere Sexualität erleben.

Sexualität

Körper und Gesundheit
Hormone, Erkrankungen, Medikamente, Schmerzen, Erschöpfung, Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre und das Älterwerden können Lust und sexuelle Reaktionen verändern.

Erregung und körperliche Gewohnheiten
Wie Erregung entsteht, welche Berührungen angenehm sind und welche Rolle Atmung, Muskelspannung und Aufmerksamkeit dabei spielen, wird im Laufe des Lebens gelernt – und ist veränderbar.

Gedanken und Gefühle
Leistungsdruck, Scham, Unsicherheit oder das eigene Körperbild können es erschweren, Lust zuzulassen und im Körper präsent zu bleiben.

Beziehung und Kommunikation
Vertrauen, Nähe, Konflikte sowie die Möglichkeit, Wünsche und Grenzen auszusprechen, wirken sich unmittelbar auf das sexuelle Erleben aus.

Frühere Erfahrungen und Schutzreaktionen
Belastende oder traumatische Erfahrungen können dazu führen, dass der Körper bei Nähe mit Anspannung, Rückzug oder innerem Abschalten reagiert.

Häufig gibt es nicht die eine Ursache.
Manchmal braucht es vor allem Wissen, konkrete Übungen und neue körperliche Erfahrungen. Manchmal führt das sexuelle Anliegen in einen tieferen emotionalen oder beziehungsorientierten Prozess.

SCHWERPUNKT

Vaginismus und Schmerzen beim Sex

Vaginismus ist einer meiner fachlichen Schwerpunkte. Dafür habe ich ein integratives Angebot entwickelt, das klinisch-sexologisches Wissen mit körperorientierten Übungen sowie trauma- und beziehungsorientierten Ansätzen verbindet.

Je nach deinem Anliegen können wir in regelmäßigen Einzelsitzungen arbeiten oder einen intensiveren Prozess gestalten. Im Mittelpunkt steht, was du dir für deine Sexualität wünschst und welche Schritte dich dabei unterstützen können.

Sexualität und Beziehungsformen

Sexualität folgt keiner bestimmten Vorlage. Sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Wünsche, Fantasien und die Art, wie du deine Sexualität ausdrückst, können ebenso unterschiedlich sein wie die Beziehungen, in denen Menschen leben.

Vielleicht kennst du die Unsicherheit, ob das, was du fühlst, begehrst oder leben möchtest, in Ordnung ist. Vielleicht hast du auch erlebt, dich erklären oder anpassen zu müssen oder wichtige Seiten von dir zurückzuhalten. Hier musst du weder einer bestimmten Vorstellung entsprechen noch dich für deine Sexualität oder deine Beziehungsform rechtfertigen.

Meine Arbeit ist inklusiv und ausdrücklich offen für LGBTQIA+ Personen. Auch Themen rund um Kink und BDSM sowie offene, polyamore oder andere nicht-monogame Beziehungen haben hier selbstverständlich Raum.

Entscheidend ist, was sich für dich stimmig, selbstbestimmt und erfüllend anfühlt.

Wie Veränderung in der Sexualität möglich wird

Viele Menschen wissen sehr genau, was sie sich in ihrer Sexualität anders wünschen – und erleben trotzdem, dass sich sexuelle Reaktionen nicht einfach willentlich steuern lassen. Veränderung braucht daher mehr als Wissen oder den Vorsatz, sich zu entspannen.

Sie wird möglich, wenn du besser verstehst, wie dein Körper, deine Aufmerksamkeit, deine Gefühle und deine bisherigen Erfahrungen zusammenwirken. Wenn neue Erfahrungen hinzukommen, können sich Schritt für Schritt auch neue Möglichkeiten entwickeln – im Erleben von Lust, im Kontakt mit deinem Körper und in sexuellen Beziehungen.

Mein Ansatz in der Sexualtherapie

Die Grundlage meiner sexualtherapeutischen Arbeit bildet der Ansatz Sexocorporel. Dabei betrachten wir nicht nur Gedanken und Gefühle, sondern auch den Einfluss von Atmung, Bewegung, Muskelspannung und Aufmerksamkeit auf dein sexuelles Erleben.

Je nach Anliegen verbinde ich diesen Ansatz mit Somatic Experiencing® und NARM®. So können auch das Nervensystem, belastende Erfahrungen, frühe Anpassungen und Beziehungsmuster in die Arbeit einbezogen werden. Was dabei im Vordergrund steht, richtet sich danach, was du mitbringst und was du verändern möchtest.

Mehr über meinen Ansatz →